Mama

In der Ruhe liegt die Kraft: Meditation im Mama-Alltag

22. Dezember 2016
Meditation im Mama-Alltag

Woran denkst du bei Medition? Lass mich raten. An einen kahlköpfigen Mönch im orangefarbenen Gewand, der in einer gottverlassenen Berglandschaft auf einem Felsen sitzt und sich tagelang nicht bewegt? Oder an Heike, die Mutter deines Ex-Klassenkameraden, die sich seit ihrer Tibet-Reise Yeshi nennt (was so viel heißt wie göttliches Wissen) und barfuß und in Baumwollfetzen im Bio-Laden aushilft und in ihrer Freizeit Yoga macht und Kräuter anbaut und jede Morgen meditierend in den Tag startet?

Fair enough. Und gar nicht so abwegig. Assoziationen fallen nicht vom Himmel, sie entstehen durch mündliche Überlieferungen, Medien, Filme, Bücher und das, was unsere eigenen Augen gesehen haben. Es gibt also sowohl diese Heike als auch buddhistische Mönche, für die Meditation zur jahrtausendalten Tradition gehört. Doch Meditation hat mittlerweile viel mehr Menschen als diese beiden klischeehaften Exempel erreicht, sie ist mittendrin, überall. Gegenstand von Therapien. Auch bei Kindern. Im Sport. In der Burnout-Prophylaxe und Behandlung. Meditation ist nicht nur uralte Tradition, sondern die heutige Antwort auf Highspeed. Highspeed-Leben. Highspeed-Karriere, Highspeed-Alltag, Highspeed-Kinder, Highspeed-Haushaltsarbeit, Highspeed-Kassierer bei Aldi, Highspeed-Internet. Meditation kann uns allen helfen, Disbalancen auszugleichen, Stress abzubauen, unser Immunsystem zu stärken, Ruhe und Entspannung zu finden, uns zu erden, auf das Wesentliche zu besinnen, uns zu stärken, ausgeglichen, klar, wachsam, angstfrei, gesünder, freundlicher, mitfühlender und vor allem glücklicher zu werden.

Ich bin keine Expertin und werde auch nicht so tun, als hätte ich Meditation verstanden, verinnerlicht und für mich perfektioniert. So weit bin ich gar sicher nicht und weiß nicht, ob ich es jemals sein werde. Ich erzähle euch auf euren Wunsch hin lediglich von meinen Erfahrungen und wie ich Meditation in meinem Alltag praktiziere.  Hoffe damit zu inspirieren und euch Denkanstöße zu geben, da ich der festen Überzeugung bin, dass Meditation jedem helfen kann. Ganz egal, welches Problem vorliegt. 

Mein Weg zur Meditation 

Als ich das erste Mal mit Meditation in Berührung kam, war ich 6 und begann mit Kung Fu. Fester Bestandteil einer jeden Trainingseinheit war Meditation und bedeutete für mich Knirps natürlich einfach nur: nicht bewegen, nicht kichern, nicht blinzeln, auf keinen Fall die Augen aufmachen und durchhalten, bis der Trainer sagt, dass wir aufstehen dürfen. Ob ich ins Nirwana übergangen bin? Wenn Nirwana aussieht wie Puppenhaus, in dem es alle Süßigkeiten dieser Welt gibt und ich so viel Fernsehen gucken darf wie ich will, dann ja. Dann war ich im Nirwana. Ansonsten nein. Meditation war langweilig und ich hab’s gehasst. 

Doch es änderte sich. In den vielen Jahren meines Kung Fu Trainings, den Büchern, die ich zu diesem Thema las, der Theorie, die im Unterricht vermittelt wurde und mit jedem weiteren Gurt, den ich mir in den Prüfungen erkämpft hatte, änderte sich meine Einstellung zur Meditation und ich begriff, warum sie Teil des Unterrichts war: Weil die wahre Kraft aus der Ruhe stammt. Die Kraft, die wir später in unsere Bewegungen transportieren sollten, war nicht die Kraft der Muskeln, sondern des Kopfes. Mit anderen Worten: Unsere Gedanken sind die wahre Muskelkraft. Und eines Tages war Meditation keine Last, sondern die Quelle, aus der ich sehr viel Selbstbewusstsein, Konzentration, Energie, Klarheit, Dankbarkeit, Freundlichkeit, Ruhe und Stärke schöpfte. 

Ich muss ungefähr 18 oder 19 gewesen sein, als ich das letzte Mal meditierte. Ich hörte damals mit dem Kung Fu Training auf, weil ich mich auf das Abitur konzentrieren wollte und leider übersah, wie viel mir sowohl der Sport als auch die Meditation geholfen hätten. Fällt wohl in die Kategorie „Jugendlicher Leichtsinn“. Seitdem gab es hier und da einzelne Meditationerfahrungen, bei einem Yoga-Kurs in Bali zum Beispiel, doch erst jetzt, vor einigen Tagen, habe ich diese Kunst erneut fest in meinen Alltag integriert. Und ich habe zu meiner Überraschung festgestellt: Ich hab’s noch drauf. 

Meditation im Mama-Alltag

Warum Meditation? 

Ich habe euch in einem sehr persönlichen Beitrag (hier könnt ihr ihn lesen) erzählt, wie es mir aktuell geht, dass ich nicht nur sehr krank sondern auch einfach sehr gestresst bin und was ich tue, um zu entschleunigen, zu entspannen und gelassener zu sein. Ich erzähle von einer Routine, die ich nach wie vor fest einhalte, weil ich gute Erfahrungen damit gemacht habe. Und dennoch merkte ich, dass diese wöchentliche Wellness-Stunde nicht das Kernproblem löst und mir nicht den nötigen Geistesfrieden gibt, den ich brauche, um tagtäglich gegen Stresssituationen gewappnet zu sein. Ich spürte das dringende Bedürfnis einer grundsätzlichen Änderungen in meiner Lebensweise, die mir erstmals nicht mehr so gesund erschien. Ja, ich liebe Highspeed, in jeglicher Lebenssituation, ich bin ein Kraftpaket mit Düsenantrieb, Stress und Druck verleihen mir Flügel, lassen mich aber ganz schön tief fallen, wenn ich vergesse, den Tank voll zu machen. Also habe ich beschlossen, regelmäßige Tankstopps einzulegen. Und zu erkennen, dass sie mich nicht (Zeit) verlieren, sondern am Ende (Zeit) gewinnen lassen. 

Während ich also normalerweise in jeder freien Sekunde irgend ein To Do oder ein heftiges Hiit Workout abgehakt hätte, gehe ich nun systematischer und mit kühlem Kopf vor und glaube, dass ich diese innere Ruhe mit der neu eingeführten Meditation gewonnen habe. 

Während ich also in der Minute, in der Lias abends endlich eingeschlafen ist, sofort in der Küche gestanden hätte, um Essen vorzubereiten oder aufzuräumen, mich direkt wieder ans Laptop gesetzt hätte, um noch schnell ein paar wichtige Dinge zu erledigen, mir meine Hanteln geschnappt hätte, um noch fix ein knackiges Ganzkörperworkout und mindestens 300 kcal zu verzeichnen – mache ich eine Kerze und Musik an, setze ich mich nun auf eine Yoga-Matte und: schalte ab.

Meditation im Mama-Alltag

Meditation: Wie funktioniert das?

Es gibt sehr viele Formen der Meditation, mit unterschiedlichen Zielen, die ihr unter anderem hier nachlesen könnt. Ich möchte hier keinen wissenschaftlichen Exkurs darlegen und verzichte auf den informativen Part. Denn ich glaube, dass wir für das, was ich in diesem Beitrag vermitteln möchte, eine Definition gar nicht unbedingt brauchen. Meinetwegen könnt ihr den Begriff „Meditation“ auch einfach umbenennen. In „Me-Time“, „Kopp-aus“, „Let me be“, „Oooom“, „Heike“ oder „Wurstbrot“. Ganz egal. Ich glaube auch, dass es sekundär ist, ob ihr alles „richtig“ macht und den Lehrbüchern folgt, ob eine Kerze brennt, ihr eine Yoga-Matte habt, den Lotus-Sitz beherrscht und ob ihr währenddessen eine Meditationsplaylist mit fernöstlichem Geklimper, Justin Bieber, Mozart oder Bushido hört – solange ihr DIE Elemente findet, die euch maximale Entspannung und ein gutes Gefühl verleihen. 

Meine Meditationsform entspricht am ehestens der Chakra Meditation, bei der der Fokus auf Atmung und Visualisierung liegt. Aber das ist nur eine Option. 

Meine Empfehlung ist: Findet einen Ort in eurem Zuhause, der euch nicht ablenkt, an dem ihr euch wohl fühlt. Macht es euch dort gemütlich. Eine Yoga-Matte oder eine Meditationsbank sind ideal, aber kein Muss. Ein Kissen oder ein gefaltetes Handtuch tun’s auch. Hauptsache, ihr sitzt nicht zu hart und nicht zu weich, damit es bequem ist, ihr aber nicht einsinkt. Wichtig ist nämlich, dass der Rücken gerade ist, damit der Brustkorb eine tiefe Atmung erlaubt. Auf einer extraweichen Bettmatratze wird das zur Herausforderung, auf die ihr euch nicht konzentrieren solltet. Macht diesen Ort zu eurem festen Meditationsplatz, den ihr immer aufsucht, wenn ihr das Bedürfnis habt.

Meditation im Mama-Alltag

Macht euch eine Kerze an, wenn ihr Kerzen mögt. Ich zünde immer eine an, da mich künstliches Licht nicht in die angenehme Stimmung versetzen kann, wie es eine kleine Feuerstelle tut. Bis auf diese Kerze ist es dunkel, Dunkelheit hat für mich etwas Unantastbares, der Beginn der Schöpfung, der Ausgangspunkt für die Erhellung, es ist die Phase der Erholung. 

Ich lasse Meditationsmusik über Spotify laufen (gebt in die Suche einfach „Meditation“ ein, der Fundus ist riesig!), ansonsten sorge ich für eine möglichst minimale Geräuschkulisse. Dass das Handy aus ist, ist selbsterklärend, oder? Dennoch liegt es in Reichweite, da ich mir den Wecker auf 10 Minuten stelle. Und bitte stellt nur den Wecker, der euch aus der Meditation abholt, und nicht den Wecker am Fernseher oder Backofen, die ich daran erinnern, dass GZSZ startet oder eure Pizza fertig ist.

Und nein, ihr müsst die Meditation nicht auf exakt 10 Minuten timen. Macht daraus 4, 7, 13 oder 49 Minuten – ganz egal. Ihr müsst noch nicht mal einen Wecker stellen, denn Zeitdruck sollte das letzte sein, das ihr in dieser Zeit verspürt. Ich meditiere 10 Minuten, weil es für mich (aktuell) der ideale Zeitrahmen für eine gedankenfreie Reise der Ruhe ist, weil ich darüber hinaus momentan noch Mühe hätte, gedankenfrei zu bleiben und weil ich den Weckruf brauche, um zu wissen, wann ich in die Realität zurückkehren darf. Und vor allem sind diese 10 Minuten für mich ideal, um einen Effekt zu spüren: Den Effekt des Runterkommens, des Loslösens, des Abschaltens, des Neustarts. 

Ich setze mich also in den klassischen Schneidersitz, mein Zeigefinger und Daumen berühren sich („Mudras“: Teil der Chakra Meditation), die Handflächen zeigen nach oben, mein Rücken ist gerade, der Kopf aufrecht, die Muskel unangespannt. Ich versuche, meinen gesamten Körper bewusst wahrzunehmen. Den Kopf, die Augen, alle Finger, alle Gliedmaßen, die Organe. Ich beginne mit einer tiefen, kontrollierten Atmung. Mehrere Sekunden (4-5) atme ich tief ein, halte inne (ca. 4-5) und atme stark durch die Nase aus (4-5 Sekunden).

Meditation im Mama-Alltag

Ich merke, wie anfangs meine Gedanken auf Reise gehen, zu Lias wandern, den Tag Revue passieren lassen, wie ich überlege, was ich gleich zum Abendessen mache oder die To Do’s für den nächsten Tag sortiere. Das ist normal, wir leben, um zu denken. Aber in der Meditation geht es ja darum, genau diesen Mechanismus auszuschalten. Gedankenlos und im Gegenwärtigen zu sein, Vergangenheit und Zukunft auszublenden, um vom Alltagsbewusstsein in ein von Raum und Zeit losgelöstes Bewusstsein überzugehen, das maximale Entspannung und klares Gewahrsein zur gleichen Zeit erlaubt. Je nach Religion und Technik werden die Ziele der Meditation ganz unterschiedlich definiert und auf unterschiedliche Wege erreicht. In meiner Meditation geht es mir hauptsächlich darum, Gedanken auszuschalten, nur mit mir zu sein, alles um mich herum auszuschalten, mich wahrzunehmen, meinen Geist zu beruhigen und maximal zu entspannen. Und natürlich hoffe ich, eines Tages diesen besonderen Bewusstseinszustand zu erreichen, indem ich das Tagesbewusstsein ganz verlassen und mich in einem Moment des schwerelosen, von allen Bestandteilen meines Lebens losgelösten Zustands befinde.  

Die Gedanken loszulassen ist ganz klar eine Frage der Praxis. Übung macht den Meister. Anfangs werdet ihr versuchen, die Gedanken einzufangen, um sie wieder loszulassen, ihr werdet euch dabei erwischen, wie ihr „bloß nicht nachdenken“ denkt und merkt, dass ihr jetzt erst recht nachdenkt. Lasst euch nicht entmutigen. Je öfter ihr meditiert und mit den Gedanken kämpft, desto erfolgreicher werdet ihr beim Nicht-Nachdenken. 

Eine Methode, Gedanken loszulassen, ist die Konzentration auf etwas anderes zu richten. Es wird auch hier nicht ganz ohne Gedanken gehen, aber sie werden fokussierter, kanalisierter. Mein Tipp aus der Chakra-Meditation: Stellt euch zu Beginn vor, wie ein Baum in eurem Körper wurzeln schlägt und diese Wurzeln in alle Regionen eures Körpers wandern, bis in die letzte Haarspitze. Ist euer Körper ausgefüllt, konzentriert ihr euch auf die Atmung. Atmet bewusst, kontrolliert, kraftvoll (wie oben beschrieben). Stellt euch vor, wie der Sauerstoff in euren Körper eindringt und jede einzelne Zelle erreicht und nährt. Sammelt den Sauerstoff gedanklich wieder ein und befördert ihn kraftvoll wieder nach außen, beobachtet dabei, wie sich Bauch und Brustkorb bewegen. Die Atmung ist der einzige aktive, bewusst gesteuerte Prozess eures Seins, alles andere  ist in einer absoluten Ruhephase oder geschieht automatisch, etwa der Herzschlag. Solltet ihr immer noch Mühe haben, Gedanken und Alltag und eure Umgebung loszulassen, dann stellt euch vor, dass ihr am Strand sitzt. Mit den Füßen im Sand. Ihr beobachtet die Wellen, wie sie kommen und gehen, ziemlich genau so wie euer Atem. Spürt die Energie, die Elemente, die Kraft des Wassers. Eure Kraft.  

Meditation im Mama-Alltag

Wenn die Gedanken (zu) frei sind

… Und zwar so, dass ihr sie nicht einfangen könnt, könnt ihr euren Geist / eure Gedanken immer wieder zu der Atmung zurückbringen oder eben das Wasser oder die Baumwurzeln visualisieren – oder etwas anderes, das eine beruhigende Wirkung hat. Wenn euch das nicht hilft, könnt ihr versuchen, eure Gedanken zu beobachten und euch Stück für Stück von ihnen entfernen – als würdet ihr euch aus der Vogelperspektive beobachten. Wichtig ist, dass ihr eure Gedanken nicht verfolgt sondern immer wieder versucht, sie loszulassen und zu eurer Mitte zurückzukehren. Es mag anfangs anstrengend sein, doch von Session zu Session werdet ihr darin immer besser und verzeichnet Erfolge – versprochen! 

Der richtige Zeitpunkt für Meditation

Oft werden die Morgenstunden empfohlen, vor allem die ersten Minuten nach dem Aufstehen, das ist in unserem Mama-Alltag aber natürlich nicht immer umsetzbar. Vor allem nicht dann, wenn das Kind mal wieder vor unserem Wecker wach wird.

Also müsst ihr einen Moment in eurem Tagesablauf finden, der genug Ruhe bietet, um euch nur auf die Meditation zu konzentrieren. Das mag der Moment sein, nachdem ihr euer Kind in den Kindergarten gebracht habt, nach Hause kommt und erstmals allein seid. Meditiert, bevor ihr in eure To Do’s startet! Für mich ist der ideale Moment der Abend, genau genommen zwischen 18.00 und 19 Uhr, wenn Lias gerade eingeschlafen und mein Mann bestenfalls schon nach Hause gekommen ist. Dann setzen wir uns nämlich zusammen nieder, noch bevor wir den Tag besprochen oder wichtige Themen angesprochen haben, und kommen gemeinsam zur Ruhe. Es ist toll, wenn man diese Erfahrung mit seinem Partner teilen und gemeinsam mit ihm einen Moment der Entspannung teilt. Und vor allem: Entspannt, klar und glücklich in den gemeinsamen Abend startet! 

Die richtige Position

Es gibt allerlei Möglichkeiten, eine geeignete Sitzposition zu finden. Die bekanntesten sind der Full Lotus, Half Lotus und Burmese Sitz. Sehr angenehm ist auch eine hockende Position (zum Beispiel auf einem kleinen Hocker). Ich sitze entweder im klassischen Schneidersitz oder im Burmese-Sitz, weil ich so am bequemsten sitze und das ist am Ende das, was zählt. Eure Hände könnt ihr im Schoß zusammenlegen, wobei die linke nach oben geöffnete Hand in der rechten liegt. Ihr könnt sie wie zu einem Gebet zusammengelegt vor der Brust halten. Ihr könnt sie auf die Knie ablegen, Handflächen nach oben, Zeigefinger und Daumen berühren sich. Ihr könnt sie auf die Oberschenkel legen, ganz entspannt, wobei die Handflächen nach oben zeigen. 

Meditation im Mama-Alltag

Findet die für euch angenehmste Position, sodass ihr während der Meditation nicht über Schmerzen klagen müsst. Und sollte ein Fuß einschlafen, ist das ein Zeichen, dass ihr die richtige Position noch nicht gefunden habt. Setzt euch anders hin.

Und sonst so

Wenn die Meditation beendet ist, springe ich nicht gleich wie ein Flummi auf, check mein Instagram, während ich mir ’ne Cola aus dem Kühlschrank hole und „Meditation“ aus meinem Terminkalender streiche. Mein Mann und ich bleiben noch etwas sitzen, sprechen über unsere Erfahrungen („und… wie lief’s?“ und so), mit ruhiger Stimme, wir bewegen uns entspannt und versuchen unsere Gedanken noch ein wenig ruhen zu lassen. Ich stretche mich danach gerne noch 10 – 15 Minuten oder rolle mich mit der Blackroll aus. Wir bereiten nach einigen Minuten unser Abendessen vor, sprechen dabei über unseren Tag und später werden wir noch etwas lesen, arbeiten, einen Film oder eine Serie schauen oder einfach quatschen. 

Meditation im Mama-Alltag

Nicht nur die Abende, sondern auch die Tage sind deutlich entspannter geworden, seitdem wir  wieder regelmäßig meditieren. Ich habe erstmal wieder das Gefühl, „gesammelt“ und nicht so unkonzentriert und wuselig zu sein, ich bin nicht mehr gereizt, sondern habe viel mehr Geduld und Ruhe, ich nehme vieles wieder mit viel mehr Humor, besonders den Stress, der mich gerne mal auffraß. Ich schlafe wie ein Stein. Doch am Tag bin ich wach und nicht mehr so müde. Energie und Kraft sind wieder zu mir zurück gekehrt, ich fühle mich erstmals seit Wochen wieder gesund. Ich bin glücklich und ich freue mich auf jeden neuen Tag. 

Und das nur, weil ich 10 Minuten meditiere? Es sind natürlich nicht nur die 10 Minuten. Es ist der Einfluss dieser 10 Minuten auf mein 24/7, meine Einstellung zum Leben, zu meiner Arbeit, meiner Familie, all der Verantwortung. Ich weiß jetzt wieder, dass ich nicht alles beeinflussen und kontrollieren kann, dass ich nicht perfekt sein muss, nicht allem und jedem 10 Schritte voraus, und dass sich oft auch gar nichts ändert, wenn ich mich stresse. Wir können die Welt und all die externen Faktoren, die tagtäglich auf uns niederprasseln, nicht verändern – aber wir können uns verändern und lernen, mit dieser Welt gesund umzugehen. 

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7 Kommentare

  • Reply Catharina 22. Dezember 2016 at 18:58

    Liebe Yavi !
    Danke für den tollen Beitrag echt, super schön zu lesen und sehr interessant. Habe es zwischendurch auch schon mal probiert , bin aber nie wirklich rein gekommen. Dein Beitrag hat mich motiviert , ich werde mich mal eine deine Tipps halten und es nochmal in Angriff nehmen. Mich würde allgemein mal interessieren welche Bücher du so empfehlen würdest ,vielleicht ist es ein ein Blog Eintrag wert. Schöne Grüße

  • Reply Anika Grandicelli 26. Dezember 2016 at 18:51

    Vielen Dank für den Blog Beitrag! Ich finde ihn sehr gut geschrieben und habe gestern zum ersten Mal meditiert und werde es wieder tunliebe Grüße Anika

  • Reply Anika Grandicelli 26. Dezember 2016 at 18:54

    Vielen Dank für den informativen Blog Beitrag! Ich habe es gleich mal ausprobiert und werde es wieder tun! liebe Grüße Anika

    • Reply mama moves 28. Dezember 2016 at 11:31

      Das freut mich sehr! 🙂

  • Reply Kimi Meister 7. August 2017 at 18:54

    Mir gefällt dein Blog wirklich richtig gut! Ich hoffe es kommen noch viele neue informative Beiträge! 🙂

  • Reply Jasmin 9. August 2017 at 19:58

    Ein toller Beitrag, vielen Dank Yavi! Werde die Meditation auch in meinem Alltag versuchen einzubringen.
    Liebe Grüße

  • Reply Isabel Falconer 29. August 2017 at 9:32

    Ein richtig toller Beitrag, vielen Dank dafür!
    Vor allem auch der Hinweis auf die Tatsache, dass Morgenmeditation für Mamas im Alltag eben nicht immer umsetzbar ist. Ich habe mir in meiner Routine dafür Zeit genommen, nachdem ich mein Workouts morgens vor der Arbeit absolviert habe (auf dem Weg zum Büro) und bevor ich anfange, zu arbeiten. Großartig auch die Idee, Meditation umzubenennen haftet ihr, trotz aller wissenschaftlichen Belege doch immer noch das Label eso an.
    Hab Deine Seite gerade erst entdeckt und finde sie richtig klasse. Ich komme auch aus dem Berufsfeld (bin Sportwissenschafterlin und prä- und postnatal Trainerin) und würde mich sehr über eine Vernetzung freuen!

    Viele liebe Grüße,
    Isabel

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