Baby

Hello, Little Leonas! (Und die Sache mit dem Kaiserschnitt)

22. September 2017

Foto: Anja Wilhelmi / www. anjawilhelmi.de

Darf ich vorstellen? 

Der „kleine Bruder“ mit dem Namen des „größten Löwen“: 

Leonas Maxim H.

  • 3630  g 
  • 53 cm 
  • 36 cm KU

… doch vor allem: kerngesund.

Leonas wurde am 1.9.2017 um 8.19 in Essen geboren. Oder wie manche sagen würden: er wurde entbunden. Denn er kam via Kaiserschnitt, der geplant war. Und weil sehr viele danach fragen, möchte ich euch erzählen, wie es dazu kam, wie ich den Kaiserschnitt erlebt habe und wieso ich für mehr Respekt unter Müttern und ihren persönlichen (Geburts-) Geschichten plädiere.

Kaiserschnitt: Ja oder nein?

Kurz, bevor ich mich Ende Juli – einen Monat vor der Geburt – letztlich für einen Kaiserschnitt entschied, war ich immer noch nicht vollends von diesem Schritt überzeugt. Es kostete mich sogar sehr viel Überwindung, diesen „Wunsch“ in der Klinik auszusprechen und mich gedanklich mit einem fixen „Geburtstermin“ abzufinden. Mein zweites Baby würde seinen Eintritt in die Welt nicht selbst bestimmen, es würde einfach geholt werden. Ob es bereit sei, oder nicht. Und ich? Ich wäre vielleicht auch nicht bereit, aber vorBEREITet, würde am Vorabend mit der Gewissheit ins Bett gehen, mein Baby am nächsten Morgen kennenzulernen, und vermutlich würde ich sowieso kein Auge zumachen. Kein Nervenkitzel in den letzten Schwangerschaftswochen, wie bei Lias, kein Herzklopfen, wenn die Fruchtblase platzt, wie bei Lias, keine Vorfreude, zwischen jeder einzelnen Wehe, wie bei Lias, keine einzigartige Geburtsgeschichte, die man erzählen kann, wie bei Lias. Kein Zauber, wie bei Lias.

Doch auch kein Drama, wie bei Lias. Kein Risiko. Keine Lebensgefahr. Kein Trauma. Wer mein erstes Geburtserlebnis vor zwei Jahren in Schottland kennt, weiß, wie grausam eine Geburt auch sein kann.

Ich habe immer gesagt, dass ich alles genauso getan hätte. Damals, bei Lias. Es immer wieder versuchen, immer länger, hoffen, warten, kotzen, zittern, bluten. Ja, auch diese 35 Stunden, von denen die letzten 8 irgendwo im Blackout verschwinden und ich einfach nicht mehr sagen kann, was in dieser Zeit passiert ist. Ich weiß nur, dass ich keinen Kaiserschnitt wollte, die PDA nicht funktionierte, auch keine anderen Schmerzmittel, ich Gefühl für Raum und Zeit verlor und bei jedem einzelnen Schrei daran dachte, dass jede so höllisch schmerzende Wehe mein Baby hinausschieben könnte. 

Doch das passierte nicht. Auch nicht nach 33 Stunden. Lias war ein Sternengucker, groß und schwer und rutschte mit dem Kopf einfach nicht tief genug ins Becken. Erst nach 34 Stunden öffnete sich mein Muttermund nach einer hormonellen Einleitung von 1cm auf 9cm, doch da war es schon zu spät. Ich hatte 42°C Fieber, war blau wie ein Schlumpf, kaum ansprechbar, mit einer lebensgefährlichen Sepsis diagnostiziert. Und gleichzeitig fielen Lias‘ Herztöne ab. Keiner fragte mich mehr, ob ich nicht doch einen Kaiserschnitt machen wollte, ich wurde innerhalb weniger Minuten in den OP gebracht und aufgeschnitten. Lias war da. Und ich begriff pünktlich auf die Geburtsminute: Das ist alles, was zählt.

Und nicht, dass du die große Heldin spielst, die glaubt, nur mit einer natürlichen Geburt zu triumphieren und eine gute Mutter zu sein. Die dann Beifall bekommt, wenn sie es ganz allein geschafft hat, mit der Kraft ihrer Vagina in Kooperation mit dem Beckenboden. Beifall von einer Gesellschaft aus leistungsorientierten Übermenschen, die erwarten, dass Mütter gefälligst zu pressen haben. „Das Beste für’s Kind“. Eine Mutter, die glaubt, ihr Baby sei benachteiligt, wenn es nicht durch den Geburtskanal gegangen ist. Die hinterher kritisiert wird, weil sie es sich „so leicht“ gemacht hätte, mit diesem simplen Bauchschnitt von fremder Hand. Die sich Vorwürfe macht, Schuldgefühle hat, weil sie glaubt, sie hätte versagt. Es wird ihr oft genug entgegen geschmettert.

Foto: Anja Wilhelmi / www. anjawilhelmi.de

Ich bin entsetzt, wie unsensibel manche Menschen in ihrer Reaktion auf KS-Mütter sind. Ganz egal, ob es eine Not-Sectio war oder eine primäre, ganz egal, aus welchen Gründen sie stattgefunden hatte, ob aus emotionalen oder medizinischen oder welchen auch immer. Viele Menschen sprechen aus, was sie denken, ohne Rücksicht auf Gefühle. Ich frage mich: Wieso nehmen sie sich das Recht, zu urteilen, ohne auch nur die Geschichte, die Gedanken, das Leben der Mutter zu kennen? 

Glücklicherweise besitze ich die Fähigkeit – oder vielleicht habe ich sie mir mittlerweile angeeignet – Kritik dieser Art komplett auszublenden. Nicht, weil ich nicht mit ihr umgehen kann, sondern weil ich daran glaube, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sobald ich den Mut hatte, sie einmal auszusprechen. Und dann stehe ich zu 100 % dazu. Weshalb ich nach einem anfänglichen Dilemma davon überzeugt war, dass ich Leonas per Kaiserschnitt bekommen würde.

Foto: Anja Wilhelmi / www. anjawilhelmi.de

Tatsächlich jedoch gar nicht so sehr aus Angst vor einer zweiten Horrorgeburt, davor, mich quälen und am Ende doch einbrechen zu müssen. Wie gesagt, ich hätte alles genauso gemacht. Die Schmerzen gehen vorbei, man vergisst sie sogar irgendwann. Nein, ich entschied mich dieses Mal wegen Lias und Leonas für einen Kaiserschnitt. Nachdem Lias und ich bei seiner Geburt beinah gestorben wären, war mir klar, dass ich bei der nächsten Geburt nicht nur die Verantwortung für Leonas, sondern auch für Lias tragen würde. Nein, ich würde nicht nochmal die Heldin spielen und riskieren, dass Lias eventuell seine Mutter verliert, oder Leonas sein Leben, weil auch er zu groß für meinen kleinen Körper war, so, wie Lias damals. Und mich wurmten die Fragen, was wäre, wenn er zudem auch Sternengucker wäre. Oder einfach nicht ins Becken rutschen würde, wie Lias. Wenn sich der Muttermund wieder nicht öffnen würde, auch nicht 30 Stunden nach dem Platzen der Fruchtblase, weshalb es wieder zu einer lebensgefährlichen Infektion kommen könnte…

Dann würde es womöglich wieder zu einem Notkaiserschnitt kommen und dieses Drama, diesen Stress, diese Konsequenzen wollte ich vermeiden. Meiner Familie ersparen, mir. Nicht nur ich litt danach rein physisch wochenlang unter schlimmen Schmerzen und Einschränkungen, auch Lias hatte keinen einfachen Start, war völlig deformiert, gestaucht und gestresst und nur mit jede Menge Osteopathie, Geduld und Ruhe kam er langsam in der Welt an. Und nicht zu vergessen mein Mann, der an diesem 28. August 2015 dachte, er würde Frau und Sohn verlieren und diesen Schock auch erst einmal verarbeiten musste. 

Meinen innersten Wunsch nach einer natürlichen Geburt begrub ich zusammen mit der kitzeligen Lust auf das Risiko. Dem Gedanken, es doch zu versuchen, so ganz ohne Skalpell. Vielleicht würde es ja klappen. Aber vielleicht auch nicht – weshalb ich bei meiner Entscheidung blieb und mir sagte: Würde sich Leonas vor dem Termin des Kaiserschnittes auf den Weg mache, dann würde ich es als Zeichen deuten und den Weg einer spontanen Geburt wagen.

Doch Leonas wartete bis zum 01.09.2017 und auch das deutete ich als Zeichen. Und als mein Mann und ich um 6.30 in der Klinik eincheckten, das Familienzimmer bezogen, ich mich umzog, abgeholt und durch die OP Schleuse gefahren wurde und Leonas exakt in dem Moment heftig in meine Bauchdecke boxte, sagte mir mein Gefühl, dass alles so genau richtig sei. 

 Foto: Anja Wilhelmi / www. anjawilhelmi.de

Der einschneidende, alles entscheidende Moment

Als ich schließlich auf dem OP Tisch lag, an die weiße Decke schaute und darauf wartete, dass die Spinalanästhesie wirkte, begann ich am ganzen Körper zu zittern. Vor Kälte, Angst, Nervosität, Anspannung, was auch immer. Diese Art der Geburt ist nicht natürlich, und vor allem kein Stück romantisch oder magisch, und sie ist auf ihre Art unheimlich und furchteinflößend. Nein, du hast keine Geburtswehen und keine Presswehen und nicht das Gefühl, von innen und untenrum zerrissen zu werden, bei gleichzeitiger euphorischer Erwartung, gleich das Köpfchen deines Babys zu sehen – nein, das alles hast du nicht. Aber du bekommst Spritzen. Viele. In beide Hände. Hinten in den Rücken. In den Oberschenkel. Es schmerzt. Du siehst allerlei Werkzeug; Messer, Scheren. Geräte. Allein für DEINEN Eingriff. Dann siehst du nicht mehr viel, weil du flach liegst und weil ein Vorhang hochgezogen wird. Du musst vertrauen und positiv denken, sonst drehst du durch wie ein Irrer in seinem kahlen, weißen, quadratischen Raum mit Gummiwänden. Du weißt, das scharfe Werkzeug wird gleich durch diverse Haut- und Muskelschichten schneiden und in deine Gebärmutter durchdringen und du hoffst, dass dein Baby dabei nicht verletzt wird. Im OP-Vorgespräch hast du erfahren, dass das passieren kann. Genauso, wie dass Blutungen nicht aufhören könnten, du im schlimmsten Fall deine Gebärmutter verlierst, im Tausch gegen dein Leben. Dass andere Organe verletzt werden könnten. Du wirst mit vielen anderen Komplikationen vertraut gemacht und wenn du dich nicht anstrengst und ablenkst, kannst du in dem Moment des Liegens und des Nichtstuns an nichts anderes denken. Dein Glück, wenn dein OP-Team freundlich, witzig und gut drauf ist und dir ein gutes Gefühl vermittelt. Und vor allem: Wenn dein Partner direkt neben dir sitzt und deinen Kopf streichelt und du das Gefühl hast, dass dir eh nichts passieren kann. 

Du spürst dann, wie die Ärzte deine Bauchdecke aufschneiden, dann mit den Händen aufreißen. Dein Körper wird dabei hin und her geschleudert. Es tut aber nicht weh, alles ist taub, es ist fast so, als wäre dein Unterkörper ein Fremdkörper. Ein Phantom.

Alles passierte so schnell. So schnell, dass der Oberarzt es offensichtlich auch nicht für nötig hielt, sich vorzustellen oder zu zeigen und am Ende sogar vergaß, den Vorhang herunterzunehmen, damit wir Leonas‘ beim Verlassen seiner Höhle sehen konnten. Wir hatten uns eine Kaisergeburt gewünscht, sie nicht bekommen. Doch als Leonas nach nur wenigen Minuten nach dem ersten Schneiden und Reißen schreiend in meinen Armen lag, war alles egal. So unglaublich egal. Egal, dass ich eigentlich eine spontane Geburt wollte, egal, dass mein Bauch komplett aufgeschnitten war, egal, dass die Kaisergeburt vergessen wurde, egal, was jemals irgendjemand über mich und diese Geburt – ja, GEBURT! – sagen würde.

Diese Geburt hat mir ein gesundes Baby geschenkt. Ein Baby, das meine Muttermilch trinkt wie ein durstiger Hund sein Wasser, das greifen kann, schauen kann, hören kann, 15 Windeln pro Tag füllen kann. Das so viel Liebe und Nähe und Aufmerksamkeit von seiner Kaiserschnitt-Mutter bekommt, dass es seine warme, feuchte Höhle gar nicht vermissen und diese echte Welt nur genießen und lieben kann und mir vielleicht verzeiht, dass ich es nicht durch den Geburtskanal gepresst habe. Das außerdem einen liebevollen Bruder hat und dieser Bruder noch immer eine gesunde Mutter, die jetzt erst recht weiß, das sie alles richtig gemacht hat. Richtig, weil sie nicht nur zwei gesunde Kinder hat und selbst einen intakten, wunderbar regenerierenden Körper, sondern, weil sie Frieden mit ihren Entscheidungen, Taten und Konsequenzen geschlossen hat und nun selbst endlosen Frieden empfindet. 

Und erst an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der Kaiserschnitt außerdem von diversen Ärzten und sogar Hebammen angeraten war. Schon damals in der Schwangerschaft mit Lias und erst recht nach der turbulenten Geburt, und auch in dieser Schwangerschaft wieder. Zum einen wegen der Vorgeschichte mit der ersten Geburt, zum anderen, weil ich mit meinem Gestationsdiabetes  eh als Risikoschwangere galt. Das größte Risiko bei einer spontanen Geburt wäre gewesen, dass das Baby wieder so groß und schwer wird (wie es bei Schwangerschaftsdiabetikerin nun mal häufig so ist) und es wieder zu solchen Komplikationen kommt. Leonas wurde zwar nicht sonderlich schwer geschätzt, für meinen sehr kleinen und schmalen Körper (und es ist mittlerweile erwiesen, dass mein Becken leider wirklich sehr eng ist und bei der vergangenen Geburt zum Beispiel gar nicht reagierte / sich weitete) jedoch schwer genug. Und ich erwähne diesen Punkt mit der medizinischen Indikation nur, weil sie für mich sekundär war – an erster Stelle standen meine Intuition SOWIE meine Verpflichtung Lias und meinem Mann gegenüber. Apropos Mann: Weil ich einen Kaiserschnitt-Termin hatte, konnte er bei mir sein, bei einer spontanen Geburt hätte er es wegen seines damals beruflichen Einsatzes im Süden Deutschlands vermutlich nicht geschafft. Das wäre für mich sehr schlimm gewesen, denn ich weiß, dass ich mit ihm am stärksten, mutigsten und optimistischsten bin. 

Nach dem Kaiserschnitt

Nachdem Leonas da war, wurde ich ungefähr 45 Minuten lang zugenäht und hatte Kind und Mann währenddessen die ganze Zeit bei mir, was unbeschreiblich toll war. Ich möchte fast sagen: magisch. Und ich bin mir sicher, es fühlte sich ganz ähnlich an, wie bei Müttern, die natürlich entbunden haben. Denn macht es überhaupt einen Unterschied, was dann noch untenrum passiert, wenn dein Fleisch und Blut auf deiner Brust liegt und friedlich atmet und du weißt, dass du ab sofort dein Leben lang auf dieses Wesen aufpassen wirst? Sorry, aber spätestens ab da sind wir alle gleich, liebe Mütter. Also haltet zusammen und haltet den Mund, wenn es darauf ankommt.

Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen verstehen, und zumindest die, die meine Geschichte gelesen haben, dass ein Kaiserschnitt KEIN leichter Schritt ist. Im Gegenteil. Vor allem, nachdem die OP überstanden ist, wird’s besonders hart. Dann folgen nämlich viele Wochen schlimmer Schmerzen, du kannst dich gegebenenfalls kaum bewegen, geschweige denn dein Baby schmerzfrei halten, hochnehmen, an die Brust legen oder deinen älteren Kindern gerecht werden. Die Rückbildung funktioniert langsamer. Dein Kind hat vielleicht Anpassungsstörungen, trinkt vielleicht nicht gleich so gut aus der Brust wie andere. Vielleicht verstehen weder dein Körper, noch der des Babys, dass eine Geburt stattgefunden hatte. Vielleicht. Und vielleicht geht alles gut. 

Wie bei mir. Leonas hat eine halbe Stunde nach der Geburt meine Brust gesucht, gefunden und seitdem gefühlt nie wieder losgelassen. Meine Brüste machen das super mit und ich habe absolut keine Probleme mit dem Dauerstillen, und das, obwohl es sehr unregelmäßig ist; aktuell stille ich tagsüber ca. alle 1-2 Stunden und nachts teilweise nur alle 5 oder seltener, weil Leonas dann so gut schläft. Ich glaube, die Technik und die Erfahrung haben dieses Mal dazu beigetragen, dass Stillen bei uns so reibungslos abläuft. Auch sonst geht es mir wunderbar, ich war noch am gleichen Tag der OP auf den Beinen und nach 2 Tagen konnte ich fast genauso gut laufen wie vor der OP. Manchmal schmerzt es noch recht stark, wenn ich mich zu schnell im Bett drehe oder ungünstig aufstehe, aber ich fühle mich nach den 3 Wochen post partum kaum eingeschränkt. Die einzige negative post-operative Erinnerung ist die an eine OP-unabhängige Erfahrung: die Nachwehen. Hatte ich bei Lias nicht, bei Leonas wiederum drei Tage lang so schlimm, dass ich schrie, weinte und um Schmerzmittel bat. Die alle kaum halfen. Was etwas half, war das Wegatmen der Wehen, viel Wasser trinken, an Schönes denken. Was häufig nicht einfach war, weil ich mir wünschte, mein Baby halten zu können, es stattdessen bei meinem Mann im Arm schlief, weil ich vor Krämpfen nicht in der Lage war, es selbst zu halten. Das war schlimm. Noch schlimmer, als jede Stillmahlzeit, bei der die Wehen ihre volle Kraft entfalteten und ich bei jedem Saugen bitterlich weinte.

Doch auch an diesen Schmerz kann ich mich jetzt, drei Wochen später, kaum erinnern, was ich nicht für möglich gehalten hatte. Während der Nachwehen dachte ich, dass ich noch nie heftigere Schmerzen erlebt hatte und sie mich definitiv von einem dritten Kind abhalten, und heute? Vergessen. Stattdessen bin ich froh über den unkomplizierten Verlauf, darüber, dass mein Mann bei uns sein konnte, dass unser Baby trotz meines Schwangerschaftsdiabetes wunderbare Blutzuckerwerte hatte und nicht weiterbehandelt werden musste, dass es nun gedeiht, stetig zunimmt, wach und aufmerksam ist, dass Lias ein so zauberhafter Bruder ist und ich körperlich und mental in der Lage bin, den Alltag mit zwei Jungs, einem viel arbeitenden Mann und dem bevorstehenden Umzug nach Köln nächste Woche problemlos zu meistern. 

Ob ich nochmal alles genauso und einen Kaiserschnitt machen würde? Ja. Es sei denn, das Baby würde mir ein Zeichen senden und sich vorher selbst auf den Weg machen … 🙂 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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18 Kommentare

  • Reply Vicky 22. September 2017 at 17:17

    Toll geschrieben! Es ist doch sowas von egal WIE ein Baby zur Welt kommt. Jede Mutter sollte doch wohl für sich und ihre Familie am Besten entscheiden was die passende „Geburtsmethode“ ist und sich dafür nicht rechtfertigen müssen…Ich wünsche euch Vieren alles Liebe! Tolle Familie

  • Reply Steffi 22. September 2017 at 17:21

    Schön geschrieben! Und sehr interessant… bei den Nachwehen wurde ich auch nochmal kurz an damals erinnert, das habe ich sehr ähnlich erlebt. Weiterhin alles Liebe und Gesundheit für eure Familie!

  • Reply Anna 22. September 2017 at 17:40

    Wie ist das mit diesen Nachwehen genau? Wie lange und häufig hattest du sie?

  • Reply Pezi 22. September 2017 at 18:06

    Liebe Yavi!

    Ein wunderbarer und sehr persönlicher Post. Danke, dass du deine persönlichen Erfahrungen für so einen guten Zweck mit der Allgemeinheit teilst.

    Unsere Tochter hat durch einen Notkaiserschnitt (und wohl nur dadurch gesund und munter) das Licht der Welt erblickt. Sie war zu klein und schwach um die eingeleitete Geburt durchzustehen. Natürlich wollte ich eine natürliche Geburt, aber das stand nach dem Abfall der Herztöne der Kleinen nicht mehr zur Debatte. Ich kann mit dem Kaiserschnitt gut leben, weil er mich zur Mutter unserer wundervollen Tochter gemacht hat.

    Was mich immer wieder schockiert ist, der Umgang mit Frauen die aufgrund eines KS entbunden haben. Mir wurde einmam ernsthaft entgegnet, dass ich viel zu schnell aufgeben habe! Das die Kleine mehr Zeit benötigt hätte! Hähhh???? Hallo??? Gehts noch??? Mein Kind hätte beinahe die Geburt nicht überlebt!

    Lange Rede, kurzer Sinn, Danke fürs Bewusstsein machen.

    Wünsche euch 4 alles nur erdenkliche Gute für sie Zukunft.

    Gaaanz liebe Grüße
    Pezi

  • Reply Carrie 22. September 2017 at 18:17

    Liebe Yavi,
    vielen Dank für deinen sehr persönlichen und schönen Bericht. Ich hatte selber einen Kaiserschnitt und weiß wie das „abwerten“ anderer Mütter und in meinem Fall auch Hebammen und Krankenschwestern ist. Gerade die Zeit nach der Geburt ist nicht schön. Gerne hätte ich es mir auch anders gewünscht, aber naja. Ich hoffe das einige durch deinen Beitrag ein bisschen sensibler werden und ihre Meinungen etwas überdenken.
    Ganz liebe Grüße an euch vier

  • Reply Anne 22. September 2017 at 18:19

    Liebe Yavi,
    Danke, für diesen wundervollen Bericht über Leonas GEBURT. Für mich klingt es nach einer schönen Geburt mit dem bestmöglichen Resultat: ein gesundes, putzmunteres Kind; glückliche Eltern; ein großartiger großer Bruder!
    Die Geburt meines 1. Sohnes verlief „ähnlich“ wie die deines 1. Sohnes Lias: Sternengucker… Herztöne fielen ab… Nur dauerte alles lediglich 17 Stunden und ein Kaiserschnitt war nicht mehr möglich, da Kind schon zu tief im Becken und „zurückschieben“ zu riskant war… Also wurde ich „unten“ aufgeschnitten und der kleine Held mit der Zange aus mir raus gezerrt… Wir haben ebenfalls alles durch wie Osteopathen, etc. Und ich habe heute noch an diesem Geburtserlebnis zu knabbern… Im März kommt Baby 2. Und mein erster Gedanke beim Test war: verdammt! Geburt! Kaiserschnitt! Das will ich nicht nochmal! Nicht für mich! Nicht für das Kind! Nicht für meinen Mann! Aber: ich habe aktuell noch viel größere Angst vor einem Kaiserschnitt. Verrückt, oder? Ich finde nämlich, dass der Kaiserschnitt mit all seinen Risiken, den Schmerzen danach, den ggf langfristigen Folgen keineswegs der einfachere Weg ist. Ich habe den größten Respekt vor uns allen, dass wir Leben schenken – egal wie! Ich bin gespannt, für welchen Weg ich mich im März entscheiden werde… Euch wünsche ich alles Gute und einen tollen Start in der Stadt mit K 😉

  • Reply Yvonne Sellin 22. September 2017 at 18:48

    Liebe Yavi…. Ich habe Tränen in den Augen. Unser unser zweiter Sohn musste per NotKS geholt werden. Bis zu der Stunde war es eine traumhafte Schwangerschaft. Deswegen und weil die Geburt unseres Grossen unkompliziert war hatten wir uns sogar für ein KH ohne Intensivstation entschieden… das war dann ein Fehler wie sich herausstellte…. Unser Baby würde ins grosse KH gebracht und ich blieb „allein“ zurück…. Ich stand so unter Schock das ich niemanden zu Besuch haben wollte. Im Nachhinein bereue ich das sehr. Es gab keine Baby Welcome Party von Freunden…. ich hatte ja keine stundenlange Geburt…. mit Hilfe meines Mannes und eines Arztes könnte ich das Ganze mittlerweile aufarbeiten… und weiss was ich vor und nach der Geburt geleistet habe… mein Sohn ist gesund und das ist das wichtigste. Hätten wir dies bei unserem ersten Sohn durchmachen müssen, Hätte ich mich auch für einen KS entschieden. So wie du schon sagst, man hat dann ja auch die Verantwortung seinem ersten Kind gegenüber und natürlich ist der Mann auch nicht zu vergessen .
    Lieben Dank für Deinen Beitrag

  • Reply Vanessa 22. September 2017 at 19:44

    Wow!
    Was für ein toller Beitrag, liebe Yavi.
    Ich danke dir, für so stärkende Worte.
    Auch ich habe vor 10 Wochen meinen zweiten Sohn geboren. Der zweite Kaiserschnitt.
    Beide Male überhaupt nicht gewünscht und doch leider so gekommen.
    Immer wieder kommen die blöden Gedanken zurück, man hätte versagt, und wenn ich die künstliche Einleitung doch noch weitergezogen hätte ?
    Danke, dass du einen nochmal daran erinnerst was wirklich wichtig ist.
    Mama und Kind sind gesund.

    Ich drücke dich aus der Ferne<3

  • Reply Tamara 22. September 2017 at 19:44

    So eine wundervolle Geschichte ! Ich freue mich schon auf unsere geplante Geburt!

  • Reply Carina 22. September 2017 at 20:16

    Das hast du wieder wunderbar geschrieben. Danke für deine ehrlichen Worte. Sie wirken sogar aufbauend für mich als KS Mami und wahrscheinlich auch als zukünftige KS Mami. Die Nachwehen waren bei Moritz auch schlimm und das auch vor allem beim stillen. Aber ich war beeindruckt was der Körper kann und wie schnell sich alles zurück bildet. „Ekelhaft“ war später das zusammen wachsen der Nerven Verbindungen und das ständige kribbeln.

  • Reply Susanne W. 23. September 2017 at 3:34

    Ich danke dir liebe Yavi!
    Ich habe auch zweimal bei Sektion geboren. Beim ersten per Einleitung, nicht mal annähernd so dramatisch wie bei dir wurde daraus ein Kaiserschnitt. Der zweite war ein Wunschkaiserschnitt. Auch ich habe zu kleines Becken und zu große Kinder. Und auch ich wurde belächelt, beschimpft, bemitleidet,… Ich habe zwei gesunde Kinder ausgetragen und geboren! Ich liebe sie abgöttisch und es fehlte Ihnen zum Glück an nichts, sie hatten keine Anpassungsstörungen. Ich war nach der zweiten Sectio auch – wie bei dir – wesentlich fitter. Wir sind Mütter Yavi! Und ich fühle mich bei der Beschreibung deiner Gefühle vor dem zweiten KS sowas von zurück fersetzt, genau das waren meine Empfindungen! Und nur mein Mann konnte mich vorm durchdrehen bewahren! Nochmal danke

  • Reply Stephi 23. September 2017 at 5:08

    Danke Yavi für den tollen Beitrag ❤️ . Ich kann vieles so stark nachempfinden, dass ich Gänsehaut bekomme. Auch ich hatte einen geplanten Wunschkaiserschnitt und würde sehr heftig dafür verurteilt. Auch zum Teil von Frauen die noch gar keine Kinder haben. Für mich definiert nicht die Geburt ob ich eine tolle Mutter bin, sondern die 41 SSW vorher und die vielen Jahre nachher. Ich bin selbst auch ein KS Kind und liebe meine Mama abgöttisch und sie mich auch. Von wegen fehlende Bindung. Viele unterstellen einem dass man sich über Risiken nicht genug informiert. Ich denke Kaiserschnitt Mütter sind eben besser informiert und wägen genau wie du einfach alle Optionen genauestens ab. Ihr seid eine tolle Familie. Und dass du bzw. auch dein Mann so hinter deiner Entscheidung steht macht euch für mich noch sympathischer. Danke

  • Reply Anna 23. September 2017 at 7:31

    Schöner Bericht. Danke dafür. Ich weiß noch, als ich noch gar keinen Kinderwunsch hatte, erzählte mir eine Arbeitskollegin, dass ihre Schwägerin per Kaiserschnitt entbunden hatte und es aber keiner wissen soll. Da hatte ich mich nur gefragt, warum? Ich habe nicht verstanden, was daran so schlimm sein soll. Jetzt bekomme ich aber auch schon mal die Sprüche mit. Ich habe meine Tochter ohne Kaiserschnitt, aber mit PDA entbunden. Also auch mit Hilfe…

  • Reply Jessika 23. September 2017 at 8:57

    Liebe Yavi, wunderbar geschrieben ❤️ Du hast alles richtig gemacht. Du hast auf dein Herz gehört und das kann gar nicht falsch sein. Es wird leider viel zu viel tamtam darüber gemacht wie man sein Kind bekommt und ob man Schmerzmittel will… Wie als wäre es ein Wettbewerb und diejenige gewinnt die es am schlimmsten hatte. Echt furchtbar. Jede Geburt ist etwas ganz persönliches und geht niemand anderen etwas an und man sollte sich als Mama während einer Geburt so verhalten und verlangen dürfen was man will. Sei es eine PDA, andere Schmerzmittel oder einen Kaiserschnitt. Jeder hat eine andere Schmerzgrenze oder andere Beweggründe für einen Kaiserschnitt.
    Ich freue mich jedes Mal wenn ich was neues von euch auf Insta sehe. Mach weiter so ich find dich echt spitze

  • Reply Nana K. 23. September 2017 at 9:12

    Vielen Dank für die wunderbaren wahren Worte. Mein erster Sohn wurde auch per Notkaiserschnitt entbunden, auch ein Sterngucker. Bei meinem zweiter Sohn, der in Beckenendlage bis zum Schluss ausharrte, würde der Wunsch nach einer spontanen Geburt leider wieder nicht erfüllt.
    Viele Menschen fragen zuerst ob das Baby ein Junge oder Mädchen sei, die zweite Frage ist häufig normal oder Kaiserschnitt. Wie es Mama und Baby geht scheint dabei zweitrangig.
    Mein zweiter Ks ist jetzt 1 Woche her, deine Worte haben mich sehr bewegt. Danke.

  • Reply Julia 23. September 2017 at 12:07

    Liebe Yavi, vielen Dank für diesen tollen und authentischen Bericht! Ich musste meinen Sohn auch notgedrungen per KS entbinden und war über so manche Kommentare sehr erstaunt. Umso schöner, dass dein Beitrag vielen Frauen Mut macht und am Ende nur die Gesundheit von Kind und Mutter wichtig sind. Von Herzen alles Liebe euch 4!

  • Reply Nicole 23. September 2017 at 19:04

    Liebe Yavi,
    Danke für den sehr persönlichen Beitrag, auch ich war natürlich superneugierig, wie deine zweite Geburt war. Deine Entscheidung hast du selbst und aus guten Gründen (was aber auch egal ist, wenn es eben deine Entscheidung ist) getroffen.
    In meinem Umfeld werden KS-Mamis eher „bemitleidet“ weil sie das Wunder der „Geburt“ nicht erleben konnten, stattdessen die Strapazen einer OP auf sich nehmen mussten und nicht verurteilt, weil sie es sich „leicht machen“.
    Was mich etwas stutzig gemacht hat ist ein Absatz in deinem Text, der in deinem Fall natürlich zu 100% zutrifft wegen des Risikos und deiner Erfahrung, die sicher keine entspannte Geburt zugelassen hätte, aber eben nicht pauschalisiert gilt (und irgendwie habe ich das Gefühl, manche könnten sich dadurch bestätigt fühlen): eine spontane Geburt IST das Beste für ein Kind, weil sie eben ganz natürlich ist und ein geplanter Kaiserschnitt sollte aus diesem Grund immer (wie bei dir) wohl überlegt sein (und das heißt nicht, dass alle die Gründe nachvollziehen müssen, aber man sollte sich selbst bestens informiert haben und der Natur nicht grundlos misstrauen.)
    Ich hoffe das ist jetzt diplomatisch genug ausgedrückt 🙂
    Viele Grüße
    Nicole

  • Reply fraenzi.rh 24. September 2017 at 20:10

    Hallo liebe Yavi, zeitweise schossen mir eben beim Lesen Tränchen in die Augen. Ich hatte auch einen Kaiserschnitt, und zwar einen sekundären – nach Geburtsstillstand. Nie hätte ich daran geglaubt, dass es einmal so kommt. Unsere Tochter hat bis heute mit den Geburtskomplikationen zu tun, leider. Vieles hätte bei uns vor der Geburt anders laufen können. Ich klein und zierlich, schmales Becken, Baby sehr schwer… Letztens am 1. Geburtstag spielte sich alles in meinem Kopf noch einmal ab. Für mich steht im Moment, nach deinem unheimlich tollem Beitrag, fest: 2. Kind ja, aber Kaiserschnitt. Wo ich letzte Woche noch NEIN zu gesagt hätte!

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